EIN MOBILES WOHNMODUL AUS SÜDAMERIKA

Mit der bezugsfertigen Wohnversion des Konzepts «Minimod» ist dem brasilianisch-uruguayischen Architekturkollektiv MAPA ein spannender Beitrag zum Modulbau gelungen: «Minimod» bietet eine schöne, innovative, intelligente und nachhaltige Wohnlösung.  
1911_MAPA_MINIMOD_06_bis
Zur Lancierung wurde «Minimod» 2013 per Lastwagen auf eine pittoreske Schafweide im brasilianischen Hinterland nahe Porto Alegre gefahren. Für den Transport hätte sich die Stahlrahmenkonstruktion allerdings auch in ihre Einzelteile zerlegen lassen – der Aufbau des Moduls funktioniert sehr einfach und schnell.

Die schlicht-schön gestaltete Wohneinheit wird jeweils ganz leicht vom Boden abgehoben aufgestellt, sodass Feuchtigkeit, die von ihm abgegeben wird, entweichen kann. Regenwasser hingegen soll sich auf dem Dach sammeln, weshalb MAPA Architekten die Bepflanzung der gesamten Dachfläche empfehlen. So kann das Wasser versickern und einen natürlichen Filterprozess durchlaufen. Die Kreisperforierung der hochfahrbaren und sich dabei zu einer flügelgleichen Dacherweiterung faltenden Verkleidung wiederum filtert das Sonnenlicht. Zusätzlich ermöglicht sie für den Fall, dass die Schiebefenster hinter den geschlossenen Läden offen bleiben, eine optimale Luftzirkulation.

 

Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten

Die Wände der beiden schmalen Seiten bestehen komplett aus Glas, von innen ist dabei kein Rahmen zu sehen. Dies führt dazu, dass sich Bewohnerinnen und Bewohner jeweils am einen wie am anderen Ende des Moduls – einmal im Schlafbereich und einmal in der Dusche – gleichzeitig wie im Freien und doch bestens geschützt fühlen. Der Badbereich, der sich hinter der Küchenwand befindet, kann ausserdem mit raffinierten Schiebewänden, die in dieser verschwinden, abgetrennt werden. In der Nische rechts hinter der Küche finden sich schliesslich Waschtisch und Toilette, und auch an einem praktischen Stauraum fehlt es nicht. Vor der Küche befindet sich ein Essbereich für vier Personen, der zum Wohnbereich erweitert werden oder auf die Terrasse, die von ihm abgeht, ins Freie verlegt werden kann. Der Wohnbereich wiederum ist nicht nur zum Schlaf- und Essbereich hin offen, sondern lässt sich auch mit dem Aussenraum verbinden.

 

Beachtlicher Erfolg

Je nach Zusammensetzung der Module bietet «Minimod» ganz unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten – sie reichen vom Weekend-Retreat über Ateliers und Mini-Showrooms für Events bis hin zu Hotelzimmern. Entsprechend gut wurde «Minimod» bis heute aufgenommen.

MODULART KOMMENTIERT

Die kleine Architektur aus Südamerika fasziniert uns durch ihre klare, reduzierte Formsprache. Eine kleine minimalistische Wohnbox, die - so scheints - irgendwo in der Natur sich einfügen kann, fast ohne einen Impact auf den Ort zu haben, diesen jedoch eingerahmt Teil des Raums werden zu lassen. Ob dieser kleine Bau nun komplett autark funktionert, woher Strom, Wasser und Wärme kommt und wie nachhaltig er insgesamt ist, konnten wir noch nicht ausreichend ergründen. Wir bleiben dran!

 

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.