Vorgefertigte Holzmodulbauten erfüllen höchste Standards bezüglich Wärme-, Schall- und Brandschutz sowie Ökologie. Ein wichtiges Element dabei sind hochwertige Dämmstoffe. Wie etwa jene von Isover. Dank Vorkonfektionierung erlauben diese ausserdem eine rasche Fertigung der Module. Wie deren Einbau abläuft, zeigt ein Blick in die Werkhallen von Erne Holzbau.
Die Rollen aus Glaswolle wurden im Werk des Herstellers Isover im waadtländischen Lucens bereits auf die gewünschte Breite vorkonfektioniert und innert kurzer Zeit ins Werk von Erne Holzbau geliefert.
In einer benachbarten Halle fügen zwei seiner Kollegen aus den bereits fertiggestellten Elementen komplette Module zusammen.
Fotos: Alesssandro Della_Bella
Die vorkonfektionierte Anlieferung vereinfacht die Arbeit sehr und spart uns die aufwändige Schneidarbeit.
Reto Scheller, Zimmermann ERNE AG Holzbau
Verpackungsfolie aufschneiden, Dämmstoffrolle herausnehmen, zwischen den Holzrippen des vorgefertigten Bodenelements ausrollen, ablängen, den Rändern entlang andrücken – fertig. Ruhig und fachmännisch dämmt Zimmermann Reto Scheller von Erne Holzbau in Stein AG Bahn um Bahn des Holzelements. Obwohl draussen Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen, bietet die beheizte Werkhalle von Erne optimale Arbeitsbedingungen – ein grosser Vorteil der Vorfertigung beim Holzbau. Je zwei übereinander liegende Dämmstoffbahnen à 14 Zentimeter ergeben die Dämmstärke von 28 Zentimetern. Die Rollen aus Glaswolle wurden im Werk des Herstellers Isover im waadtländischen Lucens bereits auf die gewünschte Breite vorkonfektioniert und innert kurzer Zeit ins Werk von Erne Holzbau geliefert. Praktisch ist dank der Komprimierung auch das kleine Packvolumen der Dämmung, was den Transport und die Lagerung erleichtert. «Die vorkonfektionierte Anlieferung vereinfacht die Arbeit sehr und spart uns die aufwändige Schneidarbeit», sagt Zimmermann Scheller. In gut einer Stunde kann er so ein Element mit 8,5 Metern Länge und 3,5 Metern Breite dämmen. Die Bodenelemente werden später mit solchen für Wände und Decken zu Modulen für das künftige Schulhaus in Chavannes-près-Renens bei Lausanne zusammengefügt. Dieses soll während gut acht Jahren als Ausweichquartier für mehrere Schulen dienen, deren Gebäude renoviert werden. Aufgrund der langfristigen Nutzung hatte die Gemeinde als Provisorium eine qualitativ hochwertige, flexibel nutzbare Lösung und keinen Containerbau gesucht. Schliesslich entschied man sich für einen nachhaltigen Holzmodulbau. Das Gebäude wird ab Sommer 2025 Platz für zwölf Schulklassen bieten. Erne Holzbau realisiert das Projekt als Totalunternehmer, der Entwurf stammt von Bauart Architekten. Sämtliche Elemente des Modulbaus werden mit Dämmstoffen vom Typ Isoresist 1000 035 von Isover gedämmt «Insgesamt verbauen wir im Schulgebäude gut 1000 Kubikmeter Dämmung», sagt Zied El Ouar, der das Projekt bei Erne leitet. Die Wahl von lsover-Produkten kommt nicht von ungefähr: Gerade bei Schulgebäuden in Holzbauweise sind die Anforderungen bezüglich Innenraumklima, Lärm- und Brandschutz besonders hoch. So sind die Isoresist-Dämmstoffe unbrennbar und erfüllen dank der Einordnung als Baustoff der höchsten Feuerwiderstandslasse RF1 problemlos die hohen Vorgaben für Fluchtwege.
Insgesamt verbauen wir im Schulgebäude gut 1000 Kubikmeter Dämmung.
Zied El Ouar, Projektleiter ERNE AG Holzbau
Die richtige Dämmung ist ein Schlüsselelement
Das Beispiel des Holzmodulbaus für Chavannes-près-Renens zeigt: Hochwertige Dämmstoffe sind ein Schlüsselelement moderner, vorgefertigter Holzbauten und tragen mit dazu bei, dass diese heute Massivbauten immer öfter den Rang ablaufen. Denn die Dämmmaterialien ermöglichen schlanke und leichte Konstruktionen, bieten eine sehr gute Schalldämmung, halten Hitze und Kälte ab, sorgen für einen tiefen Energieverbrauch sowie Sicherheit im Brandfall, lassen sich einfach verlegen und ergeben zusammen mit der Holzkonstruktion eine ökologische und schadstoffarme Bauweise. So genügt beim Modulschulhaus von Chavannes-près-Renens – ohne vorgehängte Schalung – eine nur gerade 31 Zentimeter dicke Aussenwandkonstruktion, um die kantonalen Energie- und Nachhaltigkeitsvorgaben zu erfüllen. Möglich macht dies einerseits der tiefe Lambda-Wert von 0.035 W/(mK) des Isoresist-Dämmstoffs und andererseits, dass als Rohstoff bei seiner Herstellung ein hoher Anteil an recyceltem Glas zur Anwendung kommt.
In der Werkhalle von Erne Holzbau hat Zimmermann Reto Scheller unterdessen bereits ein weiteres Bodenelement gedämmt. Ein Kollege von ihm hebt es mit Hilfe des Portalkrans auf zwei Böcke, wo die noch offene Seite mit OSB-Platten beplankt wird. Während die automatische Nagelmaschine die Platten fixiert, kümmert sich Scheller schon um das nächste Element.
Unverzichtbar und unsichtbar
In einer benachbarten Halle fügen zwei seiner Kollegen aus den bereits fertiggestellten Elementen komplette Module zusammen. Die dazu ebenfalls nötigen Fassadenelemente baut Erne-Mitarbeiter Ercan Volkan gleich daneben zusammen. Acht davon liegen in verschiedenen Stadien der Fertigung auf diversen Arbeitstischen bereit. Aufgrund der grossen Fensteröffnungen sind die zu dämmenden Flächen klein, haben aber ebenfalls eine einheitliche Breite. Volkan spannt eine vorkonfektionierte Isoresist-Rolle ins Schneidegerät und längt die benötigten Stücke ab – ohne einen Blick auf den Bauplan zu werfen: «Da ich für dieses Projekt viele gleich grosse Elemente dämme, habe ich die Masse unterdessen im Kopf», sagt er. Die Arbeit geht ihm rasch von der Hand und in wenigen Minuten ist das Element gedämmt. In einem nächsten Schritt klebt Volkan die Dampfbremse auf und ein Kollege bringt darüber die Beplankung aus Rigidur-Gipsfaserplatten an. In beiden Hallen läuft die Arbeit zügig. Gut drei Wochen dauert es bis alle 166 Elemente, die zu 60 Modulen zusammengefügt werden, fertiggestellt sind. Danach gelangen sie per Lastwagen nach Chavannes-près-Renens. Dort werden sie aufgerichtet und der Innenausbau fertiggestellt, sodass Schulkinder und Lehrpersonen ihre neuen Räume pünktlich im August in Beschlag nehmen können. Sehen werden sie die Dämmmaterialien in den Wänden, Decken und Böden wohl nie, jedoch vom angenehmen Raumklima und dem guten Schallschutz profitieren.
Das Beispiel des Holzmodulbaus für Chavannes-près-Renens zeigt: Hochwertige Dämmstoffe sind ein Schlüsselelement moderner, vorgefertigter Holzbauten und tragen mit dazu bei, dass diese heute Massivbauten immer öfter den Rang ablaufen.
Modulschulhaus von Chavannes-près-Renens: [1] Visualisierung [2-5] Baufortschrift März 2025
[1,2,4,5] Bauart, [3] Commune de Chavannes
Projektdaten
Provisorium Primar- und Sekundarschule Chavannes-près-Renens, VD
Standort: Route de la Plaine 11, Chavannes-près-Renens
Bauherrschaft: Gemeinde Chavannes-près-Renens, VD
Architektur: Bauart Architekten und Planer AG, Bern
Holzbau: Erne AG Holzbau, Stein AG
Dämmung: Isover Isoresist 1000 035
Baubeginn: August 2024 (Fundamente), Dezember 2024 (Produktion Holzbau)
Bezug: August 2025
Baukosten (BKP 1-9): 9,2 Mio. CHF inkl. Reserve
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