SCHLAFBOX MIT AUSSICHT UND W-LAN

Man mixe Berghüttenromantik mit dem Freiheitsgefühl beim Campen und der Funktionalität einer Schiffskajüte – und erhalte günstige, schlichte Logierzimmer aus einem Guss. Die 96 Schlafboxen der Revier Mountain Lodge wurden fixfertig ausgestattet angeliefert und in kürzester Zeit auf- und nebeneinandergestapelt.
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Mit zwei Knicken schmiegt sich die Revier Mountain Lodge um den Heidsee.
BILD: MARC LINS

Wintersportler gab es früher hauptsächlich in zwei Ausführungen: Während die einen mit der neusten Ausrüstung über die Piste sausten und abends dem Aprés-Ski frönten, waren die anderen mit Wollsocken unterwegs, liessen sich in einer Berghütte einschneien und kontemplierten in der Stille der Natur. Heutige Bergliebhaber wollen beides und lassen sich nicht mehr so einfach in die eine oder andere Schublade stecken; dafür in eine Schlafbox von 16 Quadratmetern Fläche.

Am Heidsee in Lenzerheide stehen 96 solcher Holzboxen vier Geschosse hoch gestapelt auf einem massiven Sockel. Dieser beherbergt Lobby, Bar und Restaurant der Revier Mountain Lodge, wie sich das Hotel dem Zeitgeist entsprechend nennt. In jeder Schlafeinheit spannen sich ein bis zwei Betten von Wand zu Wand; das raumhohe Fenster mit Lüftungsschlitz rahmt die Aussicht auf den See; gegen den Gang hin ist das Badezimmer als kleinere Box in die grössere gestellt. Holzhaken, Einbauregal, Lichtschiene und TV vervollständigen die schlichte Möblierung. Outdoor-Sportler, so die Überlegung des Investors und der Architekten, wollen ihr Geld lieber für Abenteuer statt für teure Hotelzimmer ausgeben. Auf das Wichtigste müssen die Gäste trotzdem nicht verzichten: tolle Aussicht, schnelles W-LAN und gutes Essen.

Outdoor-Sportler wollen ihr Geld lieber für Abenteuer statt für teure Hotelzimmer ausgeben.

Decken, Böden und Wände der Boxen sind als Module in Brettsperrholz (Fichte) ohne Aufdoppelung konstruiert: Sie sind also Tragwerk, Raumtrennung und Oberfläche zugleich. Die Holzmodule wurden im Werk im Bregenzerwald fixfertig ausgestattet, nach Lenzerheide transportiert und dort in Kürze neben- und übereinandergestapelt. Die Zweischaligkeit, die durch das Aneinanderreihen entsteht, sorgt für einen guten Schallschutz.

Gefertigt und zusammengebaut hat die Module die Holzbaufirma Kaufmann Bausysteme, die 2006 das erste Grossprojekt mit Modulen realisierte – das BMW-Hotel im Tirol, das seither als Referenzobjekt gilt. Doch anders als das BMW-Hotel, ist der schmale, lang gezogene Bau am Heidsee dank vertikaler Latten aus sägeroher, unbehandelter Lärche klar als Holzbau erkennbar. Einzig an der Fassade zum See zeichnen Metallzargen die einzelnen Module nach.

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Im massiven Sockel befinden sich Lounge, Bar und Restaurant.
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Vor dem raumhohen Fenster spannt sich das Bett von Wand zu Wand.
BILDER: MARC LINS
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Jedes Zimmer bietet Ausblick auf den Heidsee.
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Holzhaken, Einbauregal, Lichtschiene und TV vervollständigen die schlichte Möblierung.
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Die 96 Module wurden im Werk im Bregenzerwald fixfertig ausgestattet …
BILDER: MARC LINS
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… und in Lenzerheide innert Kürze auf- und nebeneinandergestapelt
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An der Fassade zum See zeichnen Metallzargen die einzelnen Module nach
BILD: MARC LINS

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