EIN BÜRO NICHT WIE JEDES ANDERE

«Leichtbau und Modularität» heisst ein Bereich, in dem das Architekturbüro Bauart, zuhause in Bern, Zürich und Neuenburg, seine Kompetenzen bündelt. Systematisches Denken geht bis auf die Anfänge des Büros zurück, ist also ein fester Bestandteil der Bauart-DNA. Da überrascht es nicht, dass Bauart Architekten 2017 die Online-Plattform Modulart lancierte. 

Waren die ersten Beispiele – das Doppeleinfamilienhaus in Mühlethurnen BE und der Kindergarten Morillon in Wabern BE – noch in erster Linie Lösungen für eine konkrete Bauaufgabe, so spielte bei der Bauhütte für das Bundesamt für Statistik (BfS) in Neuenburg bereits der ökologische Gedanke eine zentrale Rolle. «Wir konnten doch nicht einfach Stahlcontainer aus Tschechien importieren», erinnert sich Peter C. Jakob, Mitgründer von Bauart Architekten und Partner, an die damalige Motivation.

Partners Bauart

BAUART ARCHITEKTEN UND PLANER (v.l.n.r.): DIE PARTNER YORICK RINGEISEN, STEFAN GRAF, PETER C. JAKOB, MARCO RYTER (BIS 2016), RAFFAEL GRAF, EMMANUEL REY UND WILLI FREI.

BILD: BAUART

Schon immer war Bauart, geprägt durch seine Partner Willi Frei, Raffael Graf, Stefan Graf, Peter C. Jakob, Emmanuel Rey, Yorick Ringeisen und Marco Ryter (bis 2016), ein forschendes Architekturbüro. Als noch niemand von Nachhaltigkeit im Bauen sprach, nahmen ökologische Fragen und die Suche adäquater Lösungen bereits einen wichtigen Platz ein; der Neubau für das BfS war dafür ein Pionier und machte das zweisprachige Büro schweizweit bekannt. Auch bei planerischen Fragen richtete Bauart den Fokus bald auf ökologisches, denn diese Aspekte allein am Objekt zu behandeln, ergibt wenig Sinn.

EIN EINFAMILIENHAUS MINERGIE-P-ECO MIT DREIFACHGARAGE
KANN JA NICHT DIE LÖSUNG SEIN.

STEFAN GRAF, PARTNER VON BAUART

Diese klas­sischen Auf­gaben eines Archi­tektur­büros hat Bau­art in den Be­reichen «Archi­tektur und Nach­haltig­keit» sowie «Pla­nung und Städte­bau» gebündelt. Dazu gesellt sich das Feld «Inno­vation und Gesell­schaft» – für die vielen Eigen­ent­wicklungen. «Hier schauen wir über den Teller­rand», sagt Jakob. Das sind etwa das von Bau­art initiierte Haus der Reli­gionen oder das Projekt Wald­stadt Bremer. Oft sind es gesell­schaftliche Themen, die die Archi­tekten reizen, so wie beim Haus der Religionen. Wobei die Dis­kussionen um den Islam und die Flüchtlings­problematik damals, bei Projekt­beginn am Haus der Reli­gionen, die Öffent­lich­keit noch gar nicht be­schäftigt haben. Doch wie finan­ziert das Büro all diese Ent­wicklungen? Nur manchmal steht am Ende ein reali­siertes Objekt, denn auch das Schei­tern gehört zur Arbeit. «Wir profi­tieren natürlich davon, dass wir ein grosses Büro sind, das gibt uns das nötige Poten­zial», sagt Stefan Graf. Diese Projekte brauchen zwar Energie, aber sie sind gleich­zeitig auch ein Motor für die Arbeit im Büro. Nach wie vor sind die meisten Auf­träge – zu einem grossen Teil Wett­bewerbs­erfolge – klassische Archi­tektur­aufgaben, die ent­sprechend hono­riert werden.

Zudem sucht Bau­art auch nach Möglich­keiten, die Ent­wicklungen zu finan­zieren. So gründeten sie beim Ecoparc in Neuen­burg und bei der Wald­stadt Bremer einen Verein, in dem ver­schiedene Be­teiligte, zum Teil auch die öffent­liche Hand, zur Finan­zierung bei­tragen. Es ist durchaus das Ziel, mit solchen Projek­ten Auf­träge zu generieren. So ent­richtet beispiels­weise die Stadt Zürich für jedes Schul­haus­modul eine Lizenz­gebür – die in die Weiter­entwicklung inves­tiert wird. Das breite Themen­spektrum gibt Bau­art bei Gesamt­leistungs­wett­bewerben gute Karten. «Die ganz­heitliche Betrachtungs­weise kommt uns entgegen. Wir können gut zuhören und sind den Umgang mit anderen Dis­ziplinen gewohnt», sagen Graf und Jakob unisono. Mit der Platt­form Modulart will Bauart einen Beitrag leisten, um das modulare Denken und Bauen zu fördern. In die Ecke der «Con­tainer­architekten» lassen sie sich damit nicht ab­schieben. «Archi­tektur und Nach­haltigkeit», «Städte­bau und Pla­nung», «Inno­vation und Gesell­schaft», «Leicht­bau und Modula­rität» – auf diesen vier Säulen ruht das Schaffen von Bauart Archi­tekten und Planer auch in Zukunft.

WERNER HUBER | APRIL 2017

Die Modulart-Redaktion

Ihr Partner bei diesem Projekt ist die Crew von Modulart. Sie besteht aus einer Handvoll engagierter Architektur-, Kommunikations-, Organisations- und IT-SpezialistInnen. 

Modulart Bauart Team

DIE MODULART-CREW VON BAUART ARCHITEKTEN (v.l.n.r.): STEFAN GRAF, PARTNER, KATHRIN MERZ, LEITERIN PROJEKT MODULART, PETER C. JAKOB, PARTNER.

BILD: SUSANNE VÖLLM

STEFAN GRAF

Dipl. Architekt HTL, Bauart Architekten
und Planer AG

Langjähriger Mitarbeiter und Partner von Bauart Architekten und Planer, mit einer Passion für das Thema Leichtbau und Modularität und mit ausgewiesener Erfahrung sei es im Bereich Forschung, Konzeption, strategische Entwicklung oder Ausführung von modularen Systemen.
graf@bauart.ch

KATHRIN MERZ

Dipl. Architektin EPFL / SIA – Leitung Modulart, Bauart Architekten
und Planer AG

Seit Februar 2017 bei Bauart als Leiterin der Plattform Modulart, mit einer Leidenschaft für disziplinenübergreifende Fragestellungen und überzeugt, dass die systematische Denk- und Bauweise wegweisende Lösungen für die Zukunft bietet.
merz@bauart.ch

PETER C. JAKOB

Architekt BSA, SWB, Bauart Architekten und Planer AG
Gründungsmitglied von Bauart Architekten und Planer und sowohl Vordenker wie prägende Kraft in der Weiterentwicklung des systematischen und modularen Denkens und Bauens bei Bauart, welches zu mehrfachen Auszeichnungen geführt hat.
jakob@bauart.ch

Weitere Mitglieder des Redaktions­teams:

SUE LÜTHI

Freie Journalistin, Hochparterre – Die Zeitschrift für Architektur und Design
luethi@hochparterre.ch

TAMAS KISS

Texter/Konzepter, ViznerBorel Agentur für Kommunikation
tamas.kiss@viznerborel.ch

VERDICHTETES BAUEN
ERFORDERT NEUES DENKEN.

PETER C. JAKOB, BAUART ARCHITEKTEN

Modulart