DAS KARTONHAUS AUS HOLLAND

Mit einem Bohrer und einer Laubsäge gründeten zwei Holländer vor 30 Jahren die Fiction Factory in Amsterdam. Sie bauten Bühnenbilder. Heute haben sie 45 Handwerker angestellt, die neben Bühnenbilder Möbel, Inneneinrichtungen und Häuser gestalten. Besser gesagt Segmente, die sich zu einem Haus zusammensetzen lassen.

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BILDER: YVONNE WITTE

Wikkelhouse haben sie es getauft, denn es wird tatsächlich gewickelt. Es sieht aus wie ein Rohr aus 1.2 Meter dicken Scheiben. Diese werden horizontal zusammengefügt, Dach, Wände und Boden sind eines. Mit der neuen Form verwenden die Designer auch ein neues Material: Eine Maschine wickelt Hochqualitäts-Karton in 24 Schichten um ein Metallgerüst in der Hausform, ein Superleim klebt die Schichten zusammen. Das gibt ein robustes Sandwich mit guter Dämmung. Eine wasserfeste und atmungsaktive Folie packt das Ganze ein und ein Holztäfer schützt vor dem Wetter.

Ein Segment ist 5 Quadratmeter gross (4,5 m mal 1,2 m x 3,5 m hoch), wiegt 500 Kilogramm und ist vollständig recyclierbar. Für unterschiedliche Nutzungen gibt es Teile mit Küche, Dusche und Bad. So können Häuser beliebig gross und ausgestattet, temporär oder permanent bewohnt werden. Das Kleinunternehmen baut maximal 20 Häuser pro Jahr, mehr Bestellungen kommen auf die Warteliste. Drei Segmente sind für rund 30’000.- Euro zu haben, inkl. Transport und Platzierung in den Niederlanden, geliefert wird auch in die Nachbarländer und Skandinavien.

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Die 1,2 Meter breiten Segmente können einfach transportiert und vor Ort zusammengebaut werden.

BILDER: YVONNE WITTE

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Die Wickelmaschine rollt den Karton in 24 Schichten um die Form.

Die Kartonschichten werden mit Spezialleim verklebt und von aussen mit einer wasserfesten Folie geschützt.

BILDER: YVONNE WITTE

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